Methodik
Der Benchmark soll messen, nicht behaupten. Was deterministisch gemessen wird (Wortzahlen, robots.txt, HTTP-Status), steht als Fakt da. Was ein Sprachmodell einschätzt (Faktenanteil, Beispiel-Fragen), ist auf den Länderseiten als Einschätzung gekennzeichnet. Stand der Messung: 13. Oktober 2026.
1. Auswahl der Unternehmen
Pro Land eine redaktionelle Auswahl. Ausgangspunkt sind die Mitglieder der Leitindizes ATX (Österreich), DAX (Deutschland) und SMI (Schweiz) zum Zeitpunkt der Auswahl, dazu große nicht börsennotierte Familien- und Staatsunternehmen mit hoher Bekanntheit. Unternehmen werden als „börsennotiert“, „privat“ oder „staatlich“ geführt, nicht nach Indexzugehörigkeit. Die Liste folgt späteren Indexänderungen nicht automatisch. Die komplette Liste steht unten auf dieser Seite, damit nachvollziehbar ist, wer gemessen wurde.
2. Geprüfte URL
Geprüft wird die Startseite der Hauptdomain des Unternehmens. Weiterleitungen (z. B. auf eine Sprach- oder Länderversion) werden verfolgt, gemessen wird die Seite, auf der der Abruf landet. Diese „geprüfte URL“ steht bei jedem Eintrag. Beide Abrufe senden eine deutsche Sprachpräferenz (je Land, z. B. de-AT), damit mehrsprachige Seiten ihre deutsche Fassung ausliefern. Ist eine Domain nur eine Länder- oder Sprachauswahl, messen wir direkt die deutschsprachige Startseite. Rohes HTML und gerenderte Seite stammen immer von derselben URL: landen die beiden Abrufe auf verschiedenen Seiten, wird das rohe HTML von der Seite nachgeholt, auf der der Browser gelandet ist.
3. Abruf
- Rohes HTML: ein Abruf ohne JavaScript mit der Kennung
readableAudit-Benchmark/1.0 (+https://readableaudit.com), Zeitlimit 12 s. Blockt eine Bot-Abwehr nur diese eigene, unbekannte Kennung, wiederholen wir den Abruf (weiterhin ohne JavaScript) mit einer normalen Browser-Kennung. Die verwendete Kennung wird je Eintrag gespeichert. - Gerenderte Seite: Headless Chromium (Playwright), Standard-Kennung. Gewartet wird, bis das Netzwerk ruht (networkidle), höchstens 15 s. Danach wird der bis dahin aufgebaute Inhalt ausgewertet. Gesamtbudget pro Seite 50 s.
- Fehlgeschlagene Abrufe: eine eigene Kategorie, nie ein Wert von 0 %. Wir unterscheiden: „Testabruf abgefangen“ (schon der einfache Abruf ohne JavaScript landet bei einer Bot-Abwehr), „Nur Browser-Test gesperrt“ (der einfache Abruf klappt, nur unser automatisierter Browser wird gesperrt; KI-Crawler ohne JavaScript kämen also an den Inhalt), „Serverfehler“ (die Seite antwortet mit einem Fehler 5xx) und „Zeitüberschreitung“.
- Einwilligungsbanner: keine Interaktion (kein Klick auf Consent-Banner, kein Scrollen); Elemente bekannter Consent-Manager werden vor der Textauswertung entfernt.
- Herkunft: alle Abrufe kommen von unserem Server in Österreich, nicht von den IP-Bereichen der Crawler-Anbieter.
4. Extraktion
Rohes HTML und gerenderte Seite laufen durch dieselbe Hauptinhalts-Extraktion (Boilerplate-Erkennung mit trafilatura, Navigation und Fußzeile werden entfernt). Vorher werden Elemente bekannter Einwilligungs-Werkzeuge (Cookie-Banner, Cookie-Tabellen, Einbettungs-Platzhalter) aus beiden Fassungen entfernt, erkannt an ihren eindeutigen Kennungen im Seitencode, nie am Textinhalt. Sonst würde ihr per JavaScript eingeblendeter Text als „fehlt im HTML“ zählen und den Wert verfälschen. Gezählt werden Textblöcke ab 4 Wörtern. Ein gerenderter Block gilt als „im HTML vorhanden“, wenn es im HTML einen Block mit mindestens 90 % Textähnlichkeit gibt.
5. Berechnung des Lesbarkeitswerts
Lesbarkeit = (gerenderte Wörter − davon nicht im HTML) ÷ gerenderte Wörter
Der Wert ist also der Anteil des gerenderten Hauptinhalts, der schon im rohen HTML steht. Er ist kein Verhältnis der beiden Gesamtwortzahlen: Im HTML kann zusätzlicher Text stehen, den JavaScript später entfernt, und Blöcke, die im Browser mehrfach vorkommen, finden denselben HTML-Block. Alle Rohwerte werden gespeichert, jeder Balken ist daraus nachrechenbar.
Die Kurzeinschätzung bei jedem Eintrag ist kein generierter Text, sondern ein fester Baustein je Wertebereich: ab 95 % „praktisch vollständig im HTML“, ab 80 % „überwiegend“, ab 50 % „spürbarer Teil erst per JavaScript“, darunter „Großteil erst per JavaScript“.
6. Gruppen und Schwellen
- Gut lesbar, mit greifbaren Fakten
- Lesbar, aber ohne greifbare Fakten
- Kaum oder nicht lesbar ohne JavaScript
- Messung nicht möglich
- Lesbar ab einem Lesbarkeitswert von 60 %.
- Greifbare Fakten ab einem Faktenanteil (Median) von 30 %. Faktenanteil und Beispiel-Fragen werden nur bei mindestens 400 Zeichen Hauptinhalt ermittelt, darunter steht „k. A.“. Die Beispiel-Fragen sind ein Beleg, kein Kriterium für die Gruppe.
- „Kaum Fließtext“: auch die gerenderte Seite hat weniger als 50 Wörter Hauptinhalt, und das rohe HTML ebenso. Dann ist ein Prozentwert nicht aussagekräftig, der Eintrag steht ohne Wert in der letzten Gruppe. Hat dagegen nur die gerenderte Seite kaum Text, das rohe HTML aber genug, gilt die Messung als gestört (Zeitüberschreitung oder auffällig). „0 %“ dagegen heißt: die gerenderte Seite hat genug Text, im HTML steht nichts davon.
- „Messung auffällig“: im rohen HTML steht mehr als das 1,5-Fache an Text, oder mindestens gleich viel bei einem Wert unter 50 %. Der HTML-Text passt dann nicht zum gerenderten Inhalt (z. B. Sprach- oder Einwilligungsweiche). Solche Einträge veröffentlichen wir erst nach manueller Prüfung.
7. Zugang: robots.txt und Testabruf
- robots.txt (belegbar): für jeden KI-Crawler wird ausgewertet, ob die robots.txt der Domain die Startseite erlaubt, sperrt oder einzelne Pfade sperrt. Nur hier verwenden wir das Wort „gesperrt“.
- Testabruf (Indiz): dieselbe Startseite einmal mit normaler Browser-Kennung und einmal mit der Kennung eines KI-Crawlers (
Mozilla/5.0 AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko); compatible; GPTBot/1.2; +https://openai.com/gptbot). Wird nur der Crawler-Abruf abgefangen, ist das ein Indiz für Filterung nach Kennung. Werden beide abgefangen, ist es eine allgemeine Bot-Abwehr. Manche Abwehrsysteme fangen auch Abrufe ab, deren Kennung nicht zum technischen Fingerabdruck des Abrufs passt. Der Testabruf sagt daher etwas über unseren Abruf aus, nicht über echte Besucher oder verifizierte Crawler. - Technik vor der Seite (belegt): erkannt werden Auslieferungsnetze, Web-Firewalls und Bot-Abwehr (AWS CloudFront, Akamai, Azure CDN, Azure Front Door, Bunny CDN, CDN77, Cloudflare, DataDome, F5 BIG-IP, Fastly, Google Cloud Load Balancing, HUMAN (PerimeterX), Imperva, Kasada, KeyCDN, Myra Security, Netlify, StackPath, Sucuri, Vercel). Grundlage sind drei unabhängige Quellen: Antwort-Header und Cookie-Namen, DNS-Einträge (CNAME-Kette, Reverse-DNS, veröffentlichte Adressbereiche) und der Inhalt einer Sperr- oder Prüfseite. Bei jedem Eintrag steht, woran die Technik erkannt wurde. Über ihre Einstellungen sagt das nichts aus. Dass eine Sperre über eine bestimmte Technik lief, schreiben wir nur, wenn der Beleg aus der gesperrten Antwort selbst stammt.
- Abruf der robots.txt: gespeichert werden Status, Weiterleitungsziel und Art des Ergebnisses. Die Wirkung folgt dem Standard RFC 9309: Fehlt die Datei oder wird der Zugriff verweigert (4xx), gibt es keine Einschränkung. Bei einem Serverfehler (5xx) oder wenn die Datei nicht erreichbar ist, müssen Crawler von einer vollständigen Sperre ausgehen. „Zu viele Anfragen“ (429) behandelt Google wie einen Serverfehler. Kommt statt der Datei eine Sperr- oder Prüfseite, gilt das formal als keine Einschränkung, ein abgefangener Crawler kommt aber auch an die Seiten selbst nicht heran.
- Abgefangener robots.txt-Abruf: Liefert eine Bot-Abwehr statt der robots.txt eine Sperr- oder Prüfseite, sagt das nichts über die Regeln der Website. Wir rufen die Datei dann im echten Browser ab. Kommt auch der nicht durch, werten wir die letzte Kopie aus dem Internet Archive aus, höchstens ein Jahr alt. Sie steht mit Datum beim Eintrag, zählt aber nicht in die Kennzahlen, weil die aktuelle Fassung abweichen kann. Dass unser Abruf abgefangen wurde, bleibt als Beleg gespeichert.
- Geprüfte Domain: robots.txt und Testabruf beziehen sich auf die Domain der geprüften URL, also nach allen Weiterleitungen.
- Geprüfte Crawler: GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot, Claude-SearchBot, Claude-User, PerplexityBot, Perplexity-User, Google-Extended, Meta-ExternalAgent, Bytespider, CCBot.
8. Faktenanteil und Beispiel-Fragen
Beides ist die Einschätzung eines Sprachmodells, keine Messung. Der Faktenanteil (konkrete Fakten statt Marketing) wird in 5 unabhängigen Läufen ermittelt. Ausgewiesen wird der Median mit Spanne. Liegen die Läufe 25 Prozentpunkte oder mehr auseinander, steht „Einschätzung unsicher“ dabei. Die Beispiel-Fragen müssen aus dem Seiteninhalt beantwortbar sein. Aussortiert werden automatisch Kurse, Preise, Zinssätze, befristete Aktionen, Werbeaussagen, Ich- und Wir-Form und Termine in der Zukunft. Danach wird jede Antwort gegen den gemessenen Seitentext geprüft: jede Zahl muss dort vorkommen, und ein zweiter, strenger Prüfdurchlauf muss die Aussage als wörtlich oder sinngemäß belegt bestätigen. Was nicht belegt ist, wird verworfen. Ist die Prüfung nicht möglich, veröffentlichen wir für den Eintrag keine Beispiel-Fragen.
9. Prüfung vor der Veröffentlichung
Vor jeder Veröffentlichung läuft eine automatische Konsistenzprüfung. Jeder Lesbarkeitswert muss aus den gespeicherten Rohdaten nachrechenbar sein. Jede Zahl im Text muss aus den Messwerten stammen, und der Ton muss zum Wert passen. Verboten sind Absolutaussagen wie „garantiert“ oder „optimal“, Anbieternamen in den erzeugten Texten und Aussagen über Suchmaschinen oder Rankings. Wer die Prüfung nicht besteht, wird zurückgehalten und erscheint als „Prüfung offen“. Das Prüfprotokoll wird pro Eintrag gespeichert.
Referenzmessung
Vor jeder Veröffentlichung läuft dieselbe Messung auf vier eigenen Referenzseiten mit bekanntem Sollwert: eine Seite mit vollständigem Inhalt im HTML, eine reine JavaScript-Seite, eine gemischte Seite und eine Seite mit per JavaScript eingeblendetem Cookie-Banner. Weicht ein Wert vom Sollbereich ab, oder ist das Gesamtergebnis unplausibel (zu wenige messbare Seiten, zu viele Abruffehler, keine erkannten JavaScript-Fälle), wird nichts veröffentlicht. Ein hoher Durchschnitt allein ist kein Ausschlussgrund: viele Unternehmensseiten liefern ihren Inhalt vollständig im HTML aus.
- Inhalt im HTML: 100 % (Soll 95 bis 100 %)
- reine JavaScript-Seite: 0 % (Soll 0 bis 10 %)
- halb HTML, halb JavaScript: 47 % (Soll 30 bis 70 %)
- Cookie-Banner per JavaScript: 100 % (Soll 95 bis 100 %)
- Geprüft am 13. Oktober 2026
10. Grenzen
- Nur die Startseite, nicht die ganze Website.
- Abrufe von unserer IP. Verifizierte Crawler der Anbieter können von einer Bot-Abwehr anders behandelt werden.
- Keine Interaktion: Inhalte, die erst nach Klick, Scrollen oder Einwilligung erscheinen, zählen nicht. Die Einwilligungs-Elemente selbst werden vor der Auswertung entfernt.
- Keine Aussage über Rankings, Sichtbarkeit in Suchergebnissen oder tatsächliche Zitierung in KI-Antworten.
- Momentaufnahme: Websites ändern sich. Jeder Eintrag trägt sein Messdatum.
11. Korrekturen
Unternehmen, die einen Wert prüfen lassen möchten, erreichen uns über die Kontaktdaten im Impressum. Wir messen dann erneut und dokumentieren Korrekturen hier mit Datum.
- 13. Oktober 2026: Messung präzisiert, alle Einträge neu gemessen. Text von Cookie-Bannern und Cookie-Tabellen zählte bisher als „fehlt im HTML“ und drückte bei mehreren Unternehmen den Lesbarkeitswert stark nach unten. Außerdem wurden mehrsprachige Seiten teils auf Englisch gemessen, weil keine Sprachpräferenz gesendet wurde, und robots.txt wurde in Einzelfällen von der Domain vor statt nach der Weiterleitung gelesen. Fehlgeschlagene Messungen werden jetzt nach Ursache getrennt ausgewiesen, und die Beispiel-Fragen werden gegen den Seitentext geprüft.
12. Rohdaten
Pro Eintrag speichern wir die Wortzahlen, die Renderdauer, HTTP-Status, robots.txt-Auswertung, Testabruf-Ergebnis mit Zeitpunkt und das Prüfprotokoll. Eine aggregierte Fassung gibt es als CSV-Datei.
Gemessene Unternehmen
Börsennotiert (86)
Österreich
- A1 Group (Telekom Austria)
- Andritz
- AT&S
- BAWAG Group
- CA Immo
- DO & CO
- Erste Group Bank
- EVN
- Lenzing
- Mayr-Melnhof Karton
- OMV
- Österreichische Post
- PALFINGER
- PORR
- Raiffeisen Bank International
- Schoeller-Bleckmann Oilfield
- STRABAG
- UNIQA Insurance Group
- Verbund
- Vienna Insurance Group
- voestalpine
- Wienerberger
Deutschland
- adidas
- Airbus
- Allianz
- BASF
- Bayer
- Beiersdorf
- BMW Group
- Brenntag
- Commerzbank
- Continental
- Daimler Truck
- Deutsche Bank
- Deutsche Börse
- Deutsche Telekom
- DHL Group
- E.ON
- Fresenius
- Fresenius Medical Care
- GEA Group
- Hannover Rück
- Heidelberg Materials
- Henkel
- HOCHTIEF
- Infineon
- Mercedes-Benz Group
- Merck KGaA
- MTU Aero Engines
- Munich Re
- Porsche AG
- QIAGEN
- Rheinmetall
- RWE
- SAP
- Scout24
- Siemens
- Siemens Energy
- Siemens Healthineers
- Symrise
- Volkswagen Group
- Vonovia
- Zalando
Schweiz
- ABB
- Alcon
- Amrize
- Galderma
- Geberit
- Givaudan
- Holcim
- Kuehne+Nagel
- Logitech
- Lonza
- Nestlé
- Novartis
- Partners Group
- Richemont
- Roche
- Sandoz
- Sika
- Sonova
- Swiss Life
- Swiss Re
- Swisscom
- UBS
- Zurich Insurance Group
Nicht börsennotiert (privat oder staatlich) (83)
Österreich
- Alpla
- ASFINAG
- Benteler
- Doppelmayr
- Egger
- Engel Austria
- Fronius
- Greiner
- HOFER
- Julius Blum
- Novomatic
- ÖBB
- Rauch
- Red Bull
- Riedel
- Spar Österreich
- Swarovski
- Trodat
- XXXLutz
Deutschland
- ALDI Nord
- ALDI SÜD
- Boehringer Ingelheim
- Bosch
- Deutsche Bahn
- dm
- Dr. Oetker
- EDEKA
- Freudenberg
- Haribo
- Miele
- Otto Group
- REWE Group
- Schwarz Gruppe
- Stihl
- Trumpf
- Vorwerk
- Würth
- ZF Friedrichshafen
Schweiz
- Audemars Piguet
- Bühler
- Coop
- Die Post
- Liebherr
- Mercuria
- Migros
- MSC
- Patek Philippe
- Ricola
- Rolex
- SBB
- Trafigura
- Victorinox
- Vitol